SPD Sossenheim begrüßt die Umbenennung der Eduard-Spranger-Schule in Edith-Stein-Schule

Veröffentlicht am 07.08.2018 in Presse

„Die SPD Sossenheim freut sich, dass die Umbenennung der Eduard-Spranger-Schule in Edith-Stein-Schule vollzogen wurde. Die Sossenheimer SPD hat bereits seit mehr als 10 Jahren in Gesprächen mit der Schulleitung versucht auf eine Umbenennung hinzuwirken. Die SPD im Ortsbeirat hat dies 2017 mit einem Namensvorschlag aufgegriffen. Dieser Antrag hat, auch wenn er nicht beschlossen wurde, die Diskussion um die Umbenennung initiiert, die schließlich zur Umbenennung geführt hat,“ erklärt Roger Podstatny, Vorsitzender der SPD Sossenheim.

 

In verschiedenen Medien wurde berichtet, welche Rolle Spranger im dritten Reich gespielt hat. Schon 1934 schrieb Spranger "Der Herrenmensch kann, nach einem ewigen Lebensgesetz, nur erzogen werden am Gehorchen und Dienen". Ein weiteres Zitat: Die "Jungmännererziehung unter psychologischen und nationalen Gesichtspunkten" (33/34) habe den Jungen "mit Haut und Haar in diese neue Welt hineinzubilden", und sowieso müssten die Knaben temporär aufhören, "Individuen zu sein, um ganz in ‚Reih und Glied' zu existieren" - pädagogisches Ziel war das Heranzüchten eines "Charakters des Kriegers", der sich für den Staat zu opfern weiß. Selbst nach dem Ende der Diktatur zeigte Spranger wenig Reue und sprach nur von Flecken, die seine Biografie abbekommen habe.

 

„Diese Zitate zeigen, dass eine Neubenennung der Schule längst überfällig war. Es ist in keiner Weise nachvollziehbar, dass ein Mensch mit solchen, der Naziideologie folgenden, Ansichten und brauner Vergangenheit mehr als 70 Jahre nach dem Sieg über den Faschismus als Vorbild und Namensgeber für eine Schule hochgehalten wurde. Mit dem Namen Edith Stein hat die Schule eine sehr gute Wahl getroffen,“ so Podstatny.

 

Edith Stein, Ordensname Teresia Benedicta a Cruce OCD, oder Teresia Benedicta vom Kreuz (* 12. Oktober 1891 in Breslau; † 9. August 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau), war eine deutsche Philosophin und Frauenrechtlerin jüdischer Herkunft, die 1922 durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen und 1933 Unbeschuhte Karmelitin wurde. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie „als Jüdin und Christin“ zum Opfer des Holocaust. Sie wird in der katholischen Kirche als Heilige und Märtyrin der Kirche verehrt. Teilen der evangelischen Kirche gilt sie als Glaubenszeugin. Papst Johannes Paul II. sprach Teresia Benedicta vom Kreuz am 1. Mai 1987 selig und am 11. Oktober 1998 heilig. Ihr römisch-katholischer und evangelischer Gedenktag ist der 9. August. Sie gilt als Brückenbauerin zwischen Christen und Juden. (Quelle Wikipedia, 7.8.18)

 

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