Protest der LKW-Fahrer in Gräfenhausen

Veröffentlicht am 30.07.2023 in Presse

„Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im SPD Unterbezirk Frankfurt schließt sich der DGB-Forderung an und fordert die deutschen Auftraggeber nachdrücklich auf, endlich Verantwortung für menschenwürdige Entlohnung und Arbeitsbedingungen entlang der kompletten Lieferkette zu übernehmen, und zwar „ohne Wenn und Aber“. Zudem fordern wir die zuständigen Behörden auf, verstärkt die Einhaltung der Gesetze und Regelungen zu kontrollieren, die die Beschäftigten schützen sollen, und Verstöße dagegen entsprechend zu ahnden. Für die Mazurgruppe, die wiederholt ihren Fahrern die Lohnauszahlung verweigert, kann als sanktionierende Maßnahme durch die zuständigen Behörden nur der Entzug der Speditionslizenz stehen.“, erklärt Roger Podstatny, Vorsitzender der AfA Frankfurt. „Wir rufen wie der DGB die umliegenden Kommunen auf, die streikenden LKW-Fahrer mit kurzfristig zur Verfügung gestellten Unterkünften und Sanitäranlagen zu unterstützen und somit auch die Raststätte zu entlasten und wir fordern, dafür Sorge zu tragen, dass menschenwürdige Standards hinsichtlich Bezahlung, Unterkünfte und Sanitäranlagen im europäischen Transportwesen endlich umgesetzt und nicht unaufhörlich unterlaufen werden.“

Wie schon im Frühjahr dieses Jahres, protestieren wieder zahlreiche LKW-Fahrer aus Osteuropa und anderen Ländern seit mehreren Tagen an den Raststätten in Gräfenhausen und fordern von ihrem Arbeitgeber, der polnischen Mazurgruppe, die Zahlung ausstehender Löhne. Dieses Unternehmen stand schon im April im Fokus von arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen, die sie mit Gewalt lösen wollten. In der Zwischenzeit hat sich der Streik der Fahrer, die für die Familie Mazur arbeiten, stark ausgeweitet. Zurzeit befinden sich ca. 80 Fahrer, die zum Teil aus Usbekistan, Tadschikistan, Kasachstan, Kirgistan, der Ukraine und von den Philippinen kommen, im Streik. Dabei geht es nicht nur um die nicht ausgezahlten Löhne, deren Summe sich auf ca. 10.000 Euro beläuft, sondern auch um schlechte Arbeitsbedingungen sowie um nicht nachvollziehbare und ungerechtfertigte Abzüge.

 

Wir gehen davon aus, dass der Fachkräftemangel in der EU Spediteure zunehmend dazu bringt, Arbeitnehmende aus europäischen Drittstaaten einzustellen. Eine faire Arbeit mit angemessener Bezahlung in der Logistik und Speditionsbranche zu finden, ist für Drittstaatenangehörige ausgeschlossen. Deshalb braucht es einen wirklichen Paradigmenwechsel und der heißt, mehr Verantwortung in der gesamten Lieferkette zu übernehmen, denn die LKWs sind überwiegend in Westeuropa und in Deutschland im Auftrag der dort ansässigen Firmen unterwegs. Diese tragen Verantwortung für die Arbeitsbedingungen im europäischen Transportwesen.  Sie müssen die Verantwortung übernehmen und entsprechend handeln.

 

Mitgliederwerbung

Roger Podstatny

News

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de