Lebensmittel aus ökologischem Landbau

Veröffentlicht am 30.11.2005 in Anträge

Das Kommunalwahlprogramm der SPD Frankfurt im Kapitel 2.e. „Gesundheit in Frankfurt“ in dem Absatz „Bewegungsmangel und Fehlernährung“ auf Seite 33 wird folgender Satz ergänzt:

Eine gesunde Ernährung erfordert auch gesunde Lebensmittel, deshalb fördern wir den verstärkten Einsatz von Lebensmitteln aus ökologischem Landbau in allen Lebensbereichen.

Begründung:

Der ökologische Landbau unterscheidet sich in vielfacher Hinsicht von den anderen landwirtschaftlichen Verfahren. Er setzt vorzugsweise auf erneuerbare Ressourcen und Recyclingverfahren, bei denen auf dem Prinzip von Stoffkreisläufen dem Boden natürliche Nährstoffe wieder zugeführt werden. Die Tierhaltung ist in besonderem Maße auf das Wohlergehen der Tiere und auf die Verwendung natürlicher Futtermittel ausgerichtet. Der ökologische Landbau nutzt die natürlichen Systeme der Schädlings- und der Seuchenbekämpfung und vermeidet den Einsatz von synthetischen Pestiziden, Herbiziden, chemischen Düngemitteln, Wachstumshormonen, Antibiotika und Gentechnik. Ökolandwirte verwenden stattdessen eine Reihe von Verfahren, die zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts beitragen und die Umweltverschmutzung eindämmen.

Ökologischer und integrierter Landbau bieten in mehrerer Hinsicht auch echte Chancen, weil sie durch nachhaltiges Wachstum eine dynamische ländliche Wirtschaftsstruktur fördern. So gibt es dank des Wachstums in der Ökobranche bereits neue Beschäftigungsperspektiven in den Bereichen Landwirtschaft, Verarbeitung und den damit zusammenhängenden Dienstleistungen. Ökologischer und integrierter Landbau sind sowohl für die Umwelt als auch in erheblichem Maße für die Wirtschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den ländlichen Gebieten von Nutzen. Die Bereitstellung von Fördermitteln und andere Anreize für die Landwirte, die sich auf den ökologischen Landbau umstellen, sollen dazu beitragen, dass der Sektor noch weiter wächst und dass die beteiligten Unternehmen vom Hof bis zum Verbraucher unterstützt werden.

Verbraucherängste, ausgelöst durch die Schreckensmeldungen über bestimmte Lebensmitteln, und bestimmte technische Entwicklungen wie z. B. die Gentechnik oder die Bestrahlung von Lebensmitteln haben dazu geführt, dass die Lebensmittelsicherheit zu einem echten Anliegen wurde, die Ansprüche an die Qualitätssicherung ständig steigen und die Verbraucher immer mehr über die Produktionsverfahren wissen wollen. Außerdem hat das zunehmende Bewusstsein um die irreparable Schädigung der Umwelt durch Boden- und Wasserverschmutzung, die Verschwendung natürlicher Ressourcen und die Zerstörung empfindlicher Ökosysteme die Forderung nach mehr Verantwortung für das natürliche Erbe laut werden lassen. Vor diesem Hintergrund ist der ökologische Landbau, der früher nur als Anliegen einer Minderheit galt und für einem Nischenmarkt produzierte, in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, weil er nicht nur sichere Lebensmittel liefert, sondern darüber hinaus auch umweltschonend ist.

 

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