24 Stunden-Ladenöffnung ist unsozial und familienfeindlich

Veröffentlicht am 22.12.2005 in Presse

"Mit der Ankündigung des Sozialministeriums, die Ladenschlusszeiten während der Fußball-WM an den Tagen von Montag bis Samstag völlig aufzuheben beweist die hessische Landesregierung wieder einmal ihre völlige Ignoranz in Arbeitnehmer¬fragen. In ihrer sturen Ausrichtung zu Konsum- und Geschäftsinteressen kommen arbeitnehmer- und familienpolitischen Erwägungen nicht vor“, stellt Roger Podstatny, Vorsitzender der AfA Frankfurt, fest. „Aber auch in ihrer Huldigung des grenzenlosen Konsums greift die CDU Landesregierung zu kurz, da eine Verbesserung der Nachfrage und damit des privaten Konsums nur durch eine deutliche Verbesserung der kleinen und mittleren Einkommen möglich ist. Der „kleine Mann“ kann seinen Euro auch in 24 Stunden nur einmal ausgeben.“

"Die Beschäftigten im Einzelhandel sind die Leidtragenden dieser Freigabe. Aber auch viele Einzelhändler, besonders kleinere Unternehmen und Selbstständige, sind damit überfordert, diese Öffnungszeiten zu verwirklichen, womit sich der Verdrängungswett¬bewerb deutlich verschärft und den großen Konzernen einen Vorteil verschafft wird," erklärte Roger Podstatny. Grundsätzlich sollen Sonn- und Feiertage Ruhetage bleiben, die möglichen Öffnungen an vier Sonntagen außerhalb des Advents sind schon zuviel.

Welche Probleme allein erziehende Beschäftigte im Einzelhandel haben um ihre Kinder unterbringen, wenn sie rund um die Uhr zur Verfügung stehen müssen, scheint die hessische Landesregierung nicht zu interessieren. Soviel zum propagierten „familienfreundlichen Hessen“ das sich wieder einmal als leere Worthülse herausstellt.

Was die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen will, ist und tut:
Längst wäre heuern und feuern in vielen Unternehmen an der Tagesordnung und der soziale Zusammenhalt unserer Gesellschaft wäre zerbrochen, wenn nicht die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für moderne Sozialsysteme, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Mitbestimmung in Betrieben und Verwaltungen gekämpft hätten - politisch und gewerkschaftlich.
Die AfA ist die grösste und mitgliederstärkste Arbeitsgemeinschaft in der SPD. Hier engagieren sich politisch interessierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Gewerkschafter, Betriebs- und Personalräte, Jugend- und Auszubildendenvertreter und gewerkschaftliche Vertrauensleute. Ihr gemeinsames Ziel: In und mit der SPD für die Schaffung existenzsichernder und sozial abgesicherter Arbeitsplätze einzutreten, die Errungenschaften unseres gewachsenen Sozialstaates zu sichern und den Herausforderungen in Wirtschaft und Arbeitswelt anzupassen.
AfA-Gruppen gibt es in einzelnen Unternehmen oder für ganze Branchen, sei es bei Post und Bahn, der Chemie- und Metallindustrie oder im Dienstleistungsbereich.

 

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